Schlecht qualifizierte Lehrer in Deutschland

lehrer

Diese Meldung ist nicht neu, lange Zeit schon ist dieses Phänomen bekannt und dennoch wirft dieses Phänomen viele Fragen auf.

Der Lehrerberuf im Wandel
In Deutschland arbeiten viele Menschen im Beruf des Lehrers, die diesen Job
als Quereinstieg gewählt haben.
So sind zum Beispiel im Bundesland Hessen 5.977 Lehrer beschäftigt, die nicht über die nötige Ausbildung verfügen. Eine nicht unbedeutende Zahl, schätzungsweise dürfte diese Nennung einen Anteil von elf Prozent ausmachen. Diese Zahlen sind jedoch nicht aktuell.

Eine Anfrage der SPD
schuelerDer Partei der SPD, welche schon vor über einem Jahr beim Ministerium für Schule eine Anfrage diesbezüglich gemacht hatte, liegen diese Zahlen schon längere Zeit vor. Nach wiederholter Anfrage im August dieses Jahres gab es seitens des Ministeriums keine Rückmeldung, was vermuten lässt, dass dieser Anteil an nicht-qualifizierten Lehrern gestiegen ist. Der Verband für Bildung und Erziehung (VBE) vermutet ebenfalls, dass viele Vertretungskräfte ohne pädagogische Ausbildung an Grundschulen unterrichten. Mittlerweile beläuft sich die Zahl auf mehrere tausend Vertretungskräfte. Diese Zahlen lassen darauf schließen, dass der Lehrermangel größer ist als bisher angenommen.

Lehrermangel in Deutschland
Seit längerer Zeit ist in allen Bundesländern das Problem des Lehrermangels erkennbar mit steigender Tendenz. Bildung ist Ländersache und sollte demzufolge auch von den Ländern „in die Hand genommen“ werden, jedoch ist dieser aktuelle Zustand, der auch in anderen Ländern mit steigender Tendenz vorhanden ist, fraglich.

Grundschulen als Kernproblem
Auffällig ist, dass vor allem Grundschullehrer in allen Bundesländern fehlen. Grundfertigkeiten wie Lesen, Rechnen und Schreiben können und sollten nur in der Grundschule von erfahrenen und ausgebildeten Pädagogen gelehrt werden. Auch das digitale Zeitalter verlangt trotzdem den Umgang mit Stift und Papier, vor allem Kinder müssen diese Fertigkeiten gezielt und mit fachgerechter Unterstützung lernen. Um diesem Problem entgegenzuwirken, gibt es bereits eine große Anzahl an Lehramtsstudenten, die an Grundschulen unterrichten.

Lehrermangel an Berufsschulen
An Berufsschulen hingegen wird der große Einsatz an nicht-qualifizierten Lehrern als temporäre Lösung angesehen, da erfahrene Praktiker, aus entsprechenden Branchen und Berufen, einen guten und produktiven Beitrag zur Berufsbildung junger Menschen beitragen können. Die Berufsschule als praxisorientiertes Bildungsinstitut kann diese Lehrer im Sinne der Berufsorientierung gezielter einsetzen. Erfahrungen aus der Praxis können den Schülern und Schülerinnen von erfahrenen Menschen aus entsprechenden Berufen vermittelt werden. Sie erlangen somit eine größere Nähe zum Beruf.

Die Lehrerausbildung
Lehrer werden vom Staat an staatlichen Universitäten ausgebildet, ein fachwissenschaftliches Studium in den entsprechenden Unterrichtsfächern begleitet von entsprechender Fachdidaktik und Pädagogik mit einer staatlichen Abschlussprüfung beendet zunächst den theoretischen universitären Teil. Der praktische Teil folgt mit einer zweijährigen Ausbildung in der Schule und entsprechenden Seminaren, dem Referendariat, welches ebenfalls mit einer Staatsprüfung abgeschlossen wird.

Willkür und Qualitätsstandards
Diese sehr umfangreiche und mühsame Ausbildung ist jedoch, obwohl sie staatlich und somit bestimmten Qualitätsstandards folgen sollte, zumindest im praktischen Teil, dem Referendariat, recht willkürlich und leider abhängig von entsprechenden Personen, in diesem Falle Seminarleiter. Gewiss repräsentieren diese Personen den Staat und handeln im Auftrag des Staates oder genauer, des Bundeslandes, jedoch sind auch in diesen Bereichen zu viele freie Gestaltungsmöglichkeiten, da jeder Seminarleiter sein Seminar gestalten kann, wie er es will und somit einheitliche Qualitätsstandards nur oberflächlich eingehalten werden können.